Der Kerry Weg (Irland)

Der Kerry Weg ist der längste zusammenhängende Wanderweg Irlands und verknüpft verschiedene kleine Ortschaften im Südwesten des Landes miteinander. Durch die Nähe zur Zivilisation muss nicht zwangsläufig ein eigenes Zelt und Proviant getragen werden. Ebenso kann die auf 9 Tage ausgelegte Strecke durch ein motorisiertes Gefährt abgekürzt werden. Weiterhin kümmern sich, bei Wunsch, Agenturen um Reservierungen von Bed&Breakfasts und den Transport von schwerem Gepäck, sodass ein Tagesrucksack beim Wandern von Etappe zu Etappe genügt. Der Weg ist durch Schilder mit einem gelben Männchen mit Rucksack gekennzeichnet.

Kerry Way

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10.06.2016 – 18.06.2016

 

Tag 1: Killarney – Black Valley, 22km
Nach einer verregneten Nacht lasse ich meinen Van auf dem Camping Platz stehen und beginne den Trek gegen 9.30 Uhr. Bereits an der ersten Kreuzung muss ich, nicht mit Karte ausgestattet, die Richtung erfragen. Ein Gemüseverkäufer weist mir den Weg, den ich aufgrund seines irischen Akzentes nur grob ableiten kann. Er reicht mir seine riesige Pranke und verabschiedet mich mit den Worten „Du hast einen langen Weg vor Dir, und ich wünsche Dir alles Gute!“
Das erste Etappenziel für heute ist nach dem prachtvollen Muckross Haus der Torc Wasserfall. Während ich die Melodie des Liedes „Irish Rover“ pfeife, bahne ich mir meinen Weg durch die Touristen, die den sonnigen Tag für einen Ausflug an diese Kaskade nutzen. Nachdem die Menschen sowie die Tageswanderrouten hinter mir gelassen sind, halte ich für eine Mittagspause inne. Diese Entscheidung endet bereits nach wenigen Sekunden und diversen Attacken der Midges, der einheimischen Stechfliegenart, recht unglücklich. Panisch schlage ich mit meiner Jacke um mich, bereue dies jedoch als der Reisverschluss in meinem Auge landet. Ich verspeise hastig die letzten Reste Wurst und Käse, schultere den Rucksack und gehe schnell weiter. Das folgende Routenstück ist gleichzeitig eine Etappe des letzten Tages, weswegen ich auf einige Wanderer treffe, die sich auf dem Rückweg befinden. Ich hole mir sowohl von einem älteren amerikanischen Paar als auch von einer deutschen Jungengruppe und dem witzigen Kalifornier namens Sam diverse Informationen zur Route ein. Dieser erste Bereich, in dem einige kleine felsige Hügel inmitten von grünen saftigen Wiesenflächen stehen, ist als Nationalpark deklariert – Zelten ist hier verboten. Unweit des Black Valley passiere ich eine überwucherte Steinmauer vor einer zu einem Türmchen führenden Brücke. Eine Eisentüre und violette Blüten lassen mich in einen mittelalterlichen Traum eintauchen.
Nach einer Unterhaltung mit der Dame an der Rezeption des Black Valley Hostes, welches ich kurze Zeit später erreiche, entscheide ich mich gegen einen Platz im Mehrbettzimmer für 19 € und für das Aufschlagen meines Zeltes zwei Kilometer hinter der Ortschaft an einem kleinen See. Den Tag lasse ich an dem ruhigen Gewässer bei Reis mit Thunfisch ausklingen.

 

 

Tag 2: Black Valley – Glencar, 18 km:
Gegen 8.30 begebe ich mich nach Haferbrei und ungenießbaren Instant-Kaffee wieder auf den Pfad. Von Sonnenschein begleitet führt er mich bergauf, bergab, bergauf, bergab … Hier bewege ich mich überwiegend durch privates Land, das für Viehzucht verwendet wird. Tore und Leitern, gepflegt durch die jeweiligen Farmer, helfen bei der Überwindung der Trennzäune auf den Weiden. Die Leitern schenken mir Möglichkeiten, den Rucksack kurz abzusetzen und durchzuatmen, während ich von buntbemalten Schafen interessiert beobachtet werde. Da Glücklicherweise die Stechfliegen vom Vortag inzwischen verschwunden sind, lege ich für einige Minuten eine Pause in der angenehmen Junisonne ein. Gegen Nachmittag erreiche ich eine Gabelung, an der links der Kerry Weg über die Hügel und rechts an der Straße verläuft. Meine Präferenz liegt bei der Hügelvariante, die zunächst ein kurzes Stück aufwärts führt, ehe der Weg in einen Wald abfällt. Moosbewachsene Bäume stehen inmitten eines Kleeblattteppichs -hunderte unterschiedliche Grüntöne. Es scheint als würde jeden Augenblick ein Kobold aus den irischen Sagen hervorspringen. Ich verlasse den magisch erscheinenden Wald und trete wie aus einem Traum zurück in die Realität, in der vor mir ein riesiger Bagger geräuschvoll das Erdreich bearbeitet. Diesen passiere ich ebenso wie den dahinter wartenden LKW und freue mich, als das Hostel Climbers in meinem Blickfeld auftaucht. Ich zelte für 5€ auf einer dahinterliegenden unebenen Wiese und verbringe den Abend mit einigen Wanderern aus Cork, die mich auf Bier und Irish Cream einladen. Es ist nach Mitternacht, als ich dankbar und glücklich in Richtung meines Zeltes schwanke.
Meiner Erfahrung nach ist der dritte Wandertag der schwerste. Das erste Mal geben die Muskeln eine spürbare Rückmeldung und die Füße fangen sich an zu beschweren. Heute werden diese Freuden durch die Nachwirkungen des gestern womöglich etwas zu fröhlichen Abends vervollständigt…
Drei spendierte Würstchen zum Frühstück später, gelingt es mir gegen 11 Uhr aufzubrechen. Der Pfad führt mich durch ein Waldstück zu einer Weggabelung, an der es links über die Berge oder rechts über einen steinigen Pfad an der Bergflanke entlang geht. Die zweite und von mir gewählte Option wurde mir am Abend zuvor von der zurückhaltenden Besitzerin des Climbers Inn empfohlen.
Dank des guten Wetters erwartet mich eine schöne Aussicht auf ein grünes Tal, das von einem breiten Fluss in der Mitte getrennt wird. Ein Motorengeräusch hinter mir zwingt mich dazu, auf die Seite auszuweichen. Der Autofahrer erklärt mir, dass sein Navi ihn über diese Schotterpiste lotst. Kurz vor Glenbeigh finde ich mich vor einer weiteren Abzweigung wieder. Dieses Mal kann zwischen Straße und Berg entschieden werden.
Die Hügelroute erlaubt mir einen grandiosen Ausblick über eine sandige Landzunge und den dahinterliegenden Atlantik.
Bevor mir am Abend die Augen zufallen, bekomme ich die erste Halbzeit des eines Fußballspiels der Europameisterschaft in einer Bar bei einem Guinness mit. Ich organisiere ein Zimmer im Sleepy Camel, in dem leider ein Notlicht über dem Bett taghell leuchtet. Ein Schal, mit dem ich meine Augen verbinde, ermöglicht eine dennoch erholsame Nacht.

 

 

Tag 4: Glenbeigh – Cahirciveen, 29 km (+2km Umweg):
Das erste Wegstück führt mich über einen mit pinken Blüten gesäumten Pfad. Danach werde ich auf der ersten längeren Etappe auf irische Art und Weise empfangen: Der Wind schleudert mir den Regen horizontal ins Gesicht, die Pfützen am Boden bewegen sich keinen Millimeter. Ein Gefühl von Kraft und Stärke ereilt mich und ich ziehe den Wetterverhältnissen zum Trotz weiter. Um zu rasten und kurzzeitig im Trocknen durchzuatmen, bedarf es nur einer Wand – ein Dach ist nicht notwendig, da der Regen nicht von oben zu kommen scheint. Selbst die Midges trauen sich heute nicht hervor.
Ein kleines Wäldchen erstreckt sich bis zum Bergkamm. Dort fällt mir auf, dass den vierten Tag in Folge buntbemalte Schafe meine Wege kreuzen. Jedoch hält sich die gute Laune lediglich so lange, wie Schuhe und Jacke noch nicht ihre gesamte Trockenheit eingebüßt haben…
Ein kleiner Lichtblick tut sich auf, als ich ein winziges, scheinbar nur von Kobolden bewohnbares, Häuschen mit Strohdach passiere. Dieser erlischt kurz darauf abrupt, da ich ohne Karte und aufgrund eines fehlenden Richtungsweisers zunächst in die falsche Richtung laufe. Meine Schuhe, die bei jedem Schritt ein schlurfendes Geräusch von sich geben, tragen mich 30 Minuten später wieder auf den richtigen Weg. Dennoch frage ich mich, ob ich nicht im Kreis laufe. Umso größer ist die Erleichterung, als ich um 16.30 Uhr die Dächer von dem Dorf mit unaussprechlichem Namen erblicke. Meine durchnässte Kleidung spricht für einen Platz im 6-Bett-Dorm für 20 € und gegen mein Zelt. Heute hat Irland das erste Spiel, das ich mit vier Einheimischen, zwei Guinness und Burger im Pub anschaue. Im Anschluss spendiert mir der Wirt ein drittes Guinness mit der Erklärung: „Da du zu Irland gehalten hast…“. Ein eindeutig versöhnlicher Abschluss des Tages.

 

 

Tag 5: Cahirciveen – Waterville, 29 km (-10 km per Anhalter):
In Cahirciveen gibt es eine Ruine und einige Steinkreise. Leider verwechselte ich die Überreste der Burg mit einem eingestürzten Gebäude auf Privatgrund – Das ist auch schön anzusehen, nur ist der Irrtum reichlich peinlich. Auf Anraten der Hostelangestellten bin ich zum Trailstart (Coarse Football Field) per Anhalter gefahren, wodurch ich den Weg um 10 Kilometer abkürze.
In den Nachrichten wurde irisches Wetter angekündigt… die mächtige Wolkenfront vor mir scheint dem zustimmen zu wollen. Umso schöner wirkt der überraschende Sonnenschein eine Stunde später. Ich passiere eine traurige Wanderin aus Kalifornien, deren Weggefährtin mit schulterzuckend erklärt „stuff comes up while hiking“ – „Dinge kommen hoch beim Wandern“. Ich denke einige Zeit über diesen Satz nach, bevor mich mein leicht schmerzendes Knie wieder in die Realität zurückholt. Da es heute auf einem Bergrücken entlanggeht, ist es extrem windig. Der Höhepunkt des Tages ist der Augenblick, in dem ich den letzten kleinen Hügel überwinde. Zu meiner linken liegt ein Blumenfeld, deren Blüten weißer Wolle ähneln und den Anschein erwecken hier wüchsen winzige Schafe.
Der Weg fällt über einer grünen Wiese zu den ersten Häusern von Waterville ab. Dahinter zwinkert mir der riesige atlantische Ozean zu. Ein Vogel steht wie festgeklebt fünf Minuten lang an der gleichen Stelle in der Luft, während er dem Wind sein Lied zwitschert. Einige Zeit später umgeben mich bereits wieder Häuser. In Waterville gibt es keine typischen Hostel, jedoch ein Zimmer mit Meerblick für 15€ in Peter’s Cafe… Zwischen diesen beiden Stationen kann entweder der kürzere Küstenweg oder der durch das windy gap führende Bergweg gewählt werden. Ich entscheide mich auf Anraten von Peter von Peter’s Cafe für den Küstenweg und starte gegen 9.30 Uhr. Kurzentschlossen schließe ich mich Sam, der überraschend wieder aufgetauchte Kalifornier mit der kräftigen Statur von Tag 1, an. Jedoch verpassen wir die Abzweigung, die uns näher an der Küste hätte vorbeiführen und zwei Kilometer mehr schenken sollte. Nichtsdestotrotz können wir am Horizont die Insel Skellig Island erkennen, wo gerade die 7. Episode von Star Wars gedreht wird. Bereits gegen 12.30 Uhr erreichen wir Caterdaniel. Sam lädt mich zum Mittagessen ein – dies nehme ich dankend an.
Danach mache ich mich auf die Suche nach einem Zeltplatz. Der erste, den ich finde, verlangt 9 €; der zweite 8,50 € für einen Wanderer. Ich entscheide mich für den ersten, da es hier wunderschöne abgelegene Zeltbuchten gibt. Die Dame an der Rezeption ist anfangs etwas reserviert, öffnet sich jedoch nach einigen netten Fragen. Auf meine letzte Frage, ob es denn morgen regne, antwortet sie: „Hier regnet es nicht“, zwinkert mir zu und zeigt mir daraufhin ihre gekreuzten Finger.
Mit selbstgemachtem Abendessen setze ich mich auf einen Stein nahe der Küste, wo sich der Atlantik vor mir auftut. Hier genieße ich sowohl Duft als auch Geschmack der Spaghetti mit Tomatenmark, während mir die kleinen auf mein Gesicht nieselnden Regentropfen eine Erfrischung zu schenken versuchen. Die Sonne wärmt weiterhin meinen Rücken und es bildet sich direkt vor mir ein gewaltiger Regenbogen in tausend unterschiedlichen Farbtönen.

 

 

Tag 7: Caterdaniel – Sneem, 19 km:
Heute Abend findet das zweite Vorrundenspiel von Deutschland statt und ich freue mich, dass mich kein allzu langer Weg nach Sneem erwartet. Nach einem aus zwei Packungen Haferbrei bestehenden Frühstück packe ich mein feuchtes Zelt zusammen und ziehe weiter. Der Weg führt entlang der Butterstraße, die im 18. Jahrhundert eine wichtige Verbindung zur irischen Stadt Cork war und sich bis heute zunächst gut und entspannt laufen lässt. Es gibt wieder viele Schotter- und Waldstraßen, die sich mit asphaltierten Abschnitten abwechseln. Heute hat sich das Knie wieder beruhigt – dafür spüre ich einen Muskel an meinem Schienbein schmerzen. Das Gefühl ist neu und bringt mich in Verbindung mit dem kurzen Tag dazu mich langsamer fortzubewegen. Dadurch kann ich jeden Schritt des Weges bewusst wahrnehmen. Es entsteht eine Leichtigkeit, als ob ich zwar schneller gehen könnte, jedoch keinen Grund darin sehe.
Ich passiere einen alten Friedhof mit keltischen Steinkreuzen sowie einen Wald, in dem sich nach wenigen Metern jeder Blick in der Dunkelheit verliert. Gegen Nachmittag erreiche ich bereits Sneem -überfüllt mit französischen und deutschen Rentnern. Kurz darauf läuft die Masse jedoch zu ihren Bussen zurück, zieht weiter und hinterlässt einen nun weitaus weniger hektischen Ort. Zeltplätze gibt es hier nicht, lediglich einen Platz für Campervans. Ich frage den Metzger, die Kellnerin der Sportsbar und die nette Österreicherin an der Touristeninformation nach einer Möglichkeit zum Campen. Scheinbar ist es möglich überall auf öffentlichem Besitz mein Zelt aufzuschlagen. Hier gilt noch das Motto: So lange nicht geschrieben steht, dass es verboten ist, ist es erlaubt.
Ich wähle eine Picknick-Zone und frage sicherheitshalber noch den Nachbarn, ob das in Ordnung sei. Danach humple ich in das Dorf zurück und schaue mir bei ein paar Guinness das Spiel an.

 

 

Tag 8: Sneem – Kenmare, 30 km (+3km Umweg):
Heute wache ich früh auf und stelle fest, dass der Schienbeinmuskel sich erfreulicherweise wieder etwas beruhigt hat. Nachdem ich den Wasservorrat (3 Liter) aufgefüllt habe, geht die Wanderung gegen 9 Uhr weiter. Der Weg führt an einer Apotheke vorbei und eine Zeit lang einen Feldweg hoch. Nach einer Stunde entdecke ich ein Schild mit der Aufschrift „Castle“ – Schloss. Ich halte ich es für eine gute Idee, mir dieses von Nahem anzuschauen. Eine Idee, die ich 30 Minuten später bereue, nachdem ich es noch immer nicht gefunden und mich stattdessen auf einem Golfplatz verlaufen habe. Dieser liegt zwischen dem Kerry Weg und Castle – deutliche Warnungen vor fliegenden Golfbällen sind überall sichtbar. Es gelingt mir durch Brennnessel und Dornengestrüpp über eine Mauer zu klettern und damit dieser Misere zu entfliehen. Die weitere Route beinhaltet wunderschöne Waldabschnitte, die durch das Grün und die Nähe zum Wasser beeindruckender sind als dies mit Bildern jemals darstellbar wäre.
Als ich gegen 15 Uhr auf eine Franzosengruppe treffe, von denen ich die Information erhalte, dass ich noch etwa vier Stunden vor mir habe, kommen mir erste Bedenken, ich könnte die heutige Etappe etwas unterschätzt haben. Meine ursprüngliche Planung sah vor, gegen 17 Uhr anzukommen. Der Pfad verwandelt sich in einen Asphaltweg, wird dadurch jedoch nicht kürzer…
„Wie weit noch nach Kenmare?“ – „5 Meilen!“… „Wie weit noch nach Kenmare?“ – „4 Meilen.“… Immerhin vorwärts, denke ich mir…
Als ich über die scheinbar letzte Hügelkette marschiere, beginne ich langsam zu verzweifeln – es folgt eine weitere. Mit letzter Anstrengung erreiche ich das Dorf und frage in der ersten Kneipe nach der günstigsten Übernachtungsstätte. Einer der Gäste meint: „Der günstigste ist das Schlafzimmer von Jane“. Jane, die nette 45-jährige Dame neben mir, die zum Glück gleich das Thema wechselt empfiehlt mir ein Hostel. Weiterhin gebe es einen Campingplatz drei Kilometer außerhalb des Ortes. Dafür reicht meine Energie nicht mehr…
An der Hosteltür hängt ein Schild mit der Telefonnummer für eine Reservierung.
Im Geschäft nebenan treffe ich auf eine Frau, die sich freundlicherweise um die Kontaktaufnahme zur Hostelbesitzerin kümmert. 20 Minuten später besetze ich das letzte Bett des 8-Personen-Mehrbettzimmers. Da ich erst einmal 5 Minuten zitternd auf der Matratze liege, frage mich, ob ich es heute möglicherweise etwas übertrieben habe. Ein Abendessen bei netten Unterhaltungen in der Gemeinschaftsküche und die Welt findet wieder zu ihrer runden Form zurück. Hanna, eine junge Ungarin und ich beschließen zur Livemusik in die Nachbarkneipe zu gehen und ein Bier zu genießen. Das Einschlafen danach gestaltet sich leider schwieriger als erhofft, da sich die beiden Franzosen im Zimmer einen Wettkampf um das lauteste Schnarchen zu liefern scheinen.

 

 

Tag 9: Kenmare – Killarny, 25 km:
Ein Abschnitt, der auf dem Papier länger aussieht als er sich anfühlt. Am diesem letzten Tag schließe ich mich zwei jungen Frauen aus Deutschland an, die ich im Hostel kennenlernte. Der Weg beginnt mit einem steilen Anstieg auf Asphalt, um nach und nach schöner zu werden. Ich fühle mich entspannt und nehme mir die Zeit, die zahlreichen Wolken, die ich in Irland aufgrund der Formen und der Geschwindigkeit überragend finde zu beobachten. Wir begeben uns in den Nationalpark und damit zum Stück des ersten Tages zurück.
Auf dem Weg treffe ich Ken, einen Amerikaner aus Georgia, der vor ein paar Jahren den Appalachian Trail, der sich 3500 km durch den Osten der USA zieht, gelaufen ist. Um 14.50 Uhr erreiche ich den Campground und bin von Glück erfüllt, als ich Leo, meinen gelben Postbus, wieder in die Arme schließen darf.

 

Zusammenfassung: Der Kerry-Weg bietet aufgrund der malerischen Landschaft und den authentischen Menschen, die in den Dörfern angetroffen werden können, einen famosen Einblick in die irische Seele. Von einem magischen Wald bis hin zu einem überragenden Meerblick ist alles vorhanden. Wer weniger Zeit hat, könnte sich den 8. und den 9. Tag sparen, da am vorletzten ein großes Stück entlang der Straße zu laufen ist und der letzte wieder dem ersten gleicht.